50 Jahre SDAJ – Die Feier im Norden

SDAJ-Feier

Am 28. Juli 2018 findet die ultimative Geburtstags-Veteranen-Feier für die SDAJ im Beppo statt.

Alle sind eingeladen!

Bei Musik, Buffet, Sektempfang wollen wir 50 Jahre SDAJ im Nordwesten feiern.

Kommt alle: Ehemalige, mit der SDAJ verbundene, junggebliebene und Streiter für das Recht der arbeitenden und studierenden Jugend:)

Ab 18.00 Uhr geht es los: Im Beppo, in der Auguststr. 57, in Oldenburg. Der ganze Schuppen gehört uns!

Es darf geklönt, wiedergesehen, geraucht, geschluckt, getanzt, geweint und gelacht werden.

Eure Ehemaligen aus 5 Jahrzehnten Kampf ums Ganze

Termin-Details:

Datum: 28/07/2018 18:00 – 29/07/2018 5:00
Ort: Bei Beppo
Terminkategorien: DKP im Nordwesten, Party, SDAJ

Marx 200 – DKP in Trier

DKP-Demo in Trier
Vor dem verhüllten Marx sitzen die Reihen der Ehrengäste. Während die Zuhörer endlich das Denkmal sehen wollen, halten die unvermeidlichen Reden: Der Oberbürgermeister und die Ministerpräsidentin, ein chinesischer Vizeminister und der chinesische Botschafter, der Bildhauer und der Trierer Baudezernent. Die Redner der deutschen Seite machen Marx‘ Ideen zu einer furchtbar komplexen Angelegenheit, die man keinesfalls in Schwarz-Weiß malen dürfe. Von diesen Ideen selbst haben sie nichts zu sagen – außer dem, was bürgerlichen Politikern am wichtigsten ist: Dass der Schritt von der theoretischen Kritik des Kapitalismus zu seiner praktischen Aufhebung immer eine schreckliche Menschenrechtsverletzung ist.
Der offizielle Tenor ist der liberale Antikommunismus: Marx soll vom Kommunismus getrennt werden. Vor dem Karl-Marx-Haus steht ein paar Stunden vor der Enthüllung hinter Polizeisperren und Menschenmenge Andrea Nahles. Sie darf dort reden, weil ihre Partei 1928 im Gegensatz zur KPD genug Geld hatte, um das Haus zu kaufen, heute eröffnet die Friedrich-Ebert-Stiftung dort eine neue Ausstellung. Und weil nun einmal Jubiläum ist, muss auch die SPD-Vorsitzende etwas zu Marx sagen: „Die Vereinnahmung von Marx und Engels für die Diktatur, nicht die Demokratie, lassen wir nicht unwidersprochen!“
Währenddessen demonstriert auch der aggressive Antikommunismus. „Marx vom Sockel holen!“ fordern die Plakate, die die AfD in der Stadt hat aufhängen lassen – mehr Plakate, als die AfD Demonstranten auf die Straße bringt. Ein linkes Bündnis, zu dem Falken und Grüne Jugend gehören, will gegen die AfD protestieren, mit Marx und den Kommunisten haben sie es nicht so – sie stellen sich getrennt von der vier mal so großen DKP-Demonstration auf. Ein Redner des Gegen-Rechts-Bündnisses verkündet: „In den marxistisch-leninistischen Staaten sind Marx‘ Vorstellungen oft verraten worden.“ Die Stadt Trier hätte das Marx-Denkmal nicht als Geschenk aus China annehmen, sondern selbst bezahlen sollen, „denn in China herrscht ein aggressiver Nationalismus“.
So differenziert und abwägend geht es bei der roten Demonstration nicht zu. Hier wehen rote Fahnen mit Hammer und Sichel, weil diese Demonstration Marx nicht trotz, sondern wegen der revolutionären Praxis ehren will. Bei der anschließenden Konferenz „Marx hat Zukunft“ führen die Referenten eine andere Art der Differenzierung vor. Drei ganz unterschiedliche Redner zeigen auf ganz unterschiedliche Weise, dass der Marxismus ein Instrument zum Interpretieren und Verändern der Welt ist. Der „junge Welt“-Journalist Daniel Bratanovic belegt in geschliffenen Sätzen, wie wenig das offizielle Gedenken mit Marx‘ Gedanken gemeinsam hat und zeigt auf, dass nur das marxistische Verständnis unserer Welt als Welt der Klassenkämpfe uns die Konflikte von heute verstehen lässt. Jan von Hagen, der für ver.di arbeitet, erzählt von den Kämpfen an den Krankenhäusern. Er zeigt, wie der Marxismus in der Praxis die Richtschnur sein kann, um diesen Kämpfen Kraft und Perspektive zu geben. Der kubanische Botschafter schließlich gibt einen Eindruck davon, wie der Marxismus die erfolgreichen Revolutionen der unterdrückten Völker möglich gemacht hat. „Marx sah in allem das, was er selbst in sich trug: Rebellion, Weg nach oben, Kampf“, so zitiert er José Martí, von dessen Kampf für die Unabhängigkeit Kubas er die Linie bis zur kubanischen Revolution und zum Aufbau des Sozialismus zieht.
Von Sperrgittern und Polizisten sorgfältig von der offiziellen Feier abgesondert laufen die Kommunisten auf den Simeonstiftplatz. Ihnen gegenüber, getrennt von der AfD, schimpft der NPD-Mann Safet Babic, sein Begleiter hält ein Schild: „Weg mit dem Schandmal des Materialismus!“ Am Megafon sagt der DKP-Vorsitzende Patrik Köbele, man könne genau so gut auf das Schild schreiben: „Weg mit dem Schandmal der Wahrheit“. Oder gleich: „Weg mit der Wahrheit.“ Und weil er wahr ist, ist der dialektische Materialismus eine Richtschnur für die Praxis. „Rot auf die Straße – das ist das beste Gedenken an Karl Marx“, sagt Patrik Köbele.
aus: Unsere Zeit – Zeitung der DKP

Eine SDAJ in Osnabrück

Karl Marx wurde am 5. Mai 200 Jahre alt, der marxistische Jugendverband SDAJ am gleichen Tag 50.
Wir gratulieren!

Interview mit SDAJ-Gründungsmitglied Dieter Keller in der UZ – Zeitung der DKP:
„Wer macht´s?“ – Die Zeit war reif

SDAJ OS

Seit 2017 gibt es wieder eine SDAJ Osnabrück: SDAJ Osnabrück auf Facebook

Die neue Ausgabe

Die neue Ausgabe der DKP-Betriebszeitung „Roter Käfer“ ist erschienen und online abrufbar:
RoterKaefer1802
Die Themen:
Der neue VW-Chef Diess
Betriebsratswahlen 2018
Kollege Paul
Von Storch, Opfer des VfL

Der neue VW-Chef

Von Alfred Hartung

„Tempo, Tempo, Beine machen“

So beschrieb die örtliche „Wolfsburger Allgemeine“ den Tenor des neuen VW-Konzern-Chefs in der ersten Pressekonferenz nach seiner „Inthronisation“. Und das dürften auch die Erwartungen der Oligarchen des Porsche/Piëch-Clans sein, die ihn 2015 als „Sanierer“ der für sie nicht genügend profitablen Marke VW von BMW abgeworben hatten und ihn nun zum Konzern-Chef kürten. Im Wettkampf mit der Konkurrenz soll der Konzern umgebaut werden: Mehr Umsatz, mehr Profit für die Eigentümer, höhere Produktivität und mehr Leistung der Beschäftigten.
Für diese neue Etappe braucht es einen neuen Mann, einen richtig „harten Hund“ (SZ vom 10. April). Sein Credo in der Pressekonferenz lautete: „Wir müssen die Effizienz deutlich steigern – über die gesamte Wertschöpfungskette und alle Marken hinweg“. Er will möglichst schnell all das hinter sich lassen, was Volkswagen 2015 in eine „prekäre Situation“ manövriert habe, berichtet der Onlinedienst Automobilindustrie (zitiert nach jW vom 12. April): nicht etwa den millionenfachen Abgasbetrug, sondern „stark gestiegene Fixkosten, immer größer werdende Produktivitätslücken, hohe Fertigungstiefe, unwirtschaftliche Unternehmensbereiche, die häufig nur aus Gründen der Beschäftigungssicherung mitgezogen werden“.
Sein „Gesellenstück“ hat Diess im letzten Jahr mit dem „Zukunftspakt“ geliefert: Nach harten Verhandlungen mit dem VW-Betriebsrat wurde die Beschäftigungsgarantie bis 2025 verlängert, allerdings nur für die Stammbelegschaft. Der Pakt sieht den Abbau von 23 000 Arbeitsplätzen über Frühverrentung, massive Produktivitätssteigerungen und Einsparungen von ca. zwei Milliarden Euro pro Jahr bei der Marke Volkswagen vor. Gleichzeitig sollen 9 000 neue Stellen in „Zukunftsbereichen“ und „neuen Geschäftsmodellen“ aufgebaut werden. Schon damals schrieb der „rote Käfer“, die Betriebszeitung der DKP für VW Braunschweig, Wolfsburg und Osnabrück: „Wir sollten uns allerdings darauf einrichten, dass auch bei Volkswagen der Wunsch der Eigentümer nach Maximalprofit auch mal härtere Gegenwehr erfordern könnte, als wir das bisher kennen.“
Diese Mahnung dürfte unter dem „harten Hund“ Diess als Konzernchef verstärkt gelten. Das wird auch durch die Auswechselung des bisherigen Arbeitsdirektors Blessing durch Gunnar Kilian, der bisher Generalsekretär des Betriebsrates war und als Vertrauter des BR-Vorsitzenden Osterloh gilt, nicht aufgehoben.
Ohne wesentlich stärkeres Einmischen der Belegschaften und dem Ausschöpfen der bei Volkswagen durchaus vorhandenen, im Vergleich zu anderen kapitalistischen Unternehmen stärkeren Mitbestimmungsmöglichkeiten wird auch der vom neuen Konzernchef angekündigte Konzernumbau nicht zu einer Wende zu mehr sozial- und umweltverträglicher Mobilität führen. Es steht zu befürchten, dass die Erfindung „neuer Geschäftsmodelle“ eher auf die Austrocknung des öffentlichen Personenverkehrs und die Vereinnahmung der dort realisierten Umsätze für den eigenen Profit zielt. Dies gilt allerdings nicht nur für den VW-Konzern, sondern gleichermaßen für die gesamte Automobilindustrie im „Autoland Deutschland“. Hier hat auch die IG Metall als zuständige Branchengewerkschaft eine noch unbewältigte Aufgabe. Die Diskussion dieser gesamtgesellschaftlich eminent wichtigen Themen scheint allerdings Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts mit dem Programm „Auto, Umwelt und Verkehr: Umsteuern, bevor es zu spät ist“ seinerzeit in der Organisation mehr auf der Höhe ihrer Zeit gewesen zu sein als heute.
aus: Unsere Zeit|Ausgabe vom 20. April 2018, www.unsere-zeit.de