#Ameos: Weiterhin Streik der Beschäftigten

Immer noch NOT (noch ohne Tarifverhandlung)!

Gerade einmal vier Streiktage und schon wird deutlich, dass mit dem derzeitigen Personal im Pflegedienst nicht einmal der Notdienst im AMEOS-Klinikum Osnabrück aufrecht erhalten werden kann. Die Streikenden hielten die Notdienstvereinbarung ein, doch es wird deutlich: psychiatrische Pflege kann nicht willkürlich ausgetauscht werden! Es sind Personen notwendig, die die Patientinnen und Patienten kennen! Das heißt: in sensiblen Bereiche ist ausreichend Stammpersonal erforderlich, über das die Pflege nicht verfügt.

Seit 2010 setzt das AMEOS-Klinikum Osnabrück Personal über die AMEOS- eigene Servicegesellschaft als Leiharbeiter ein. Leiharbeit, die laut Arbeitnehmerüberlassungsgesetz nur dazu dient Arbeitsspitzen abzufangen, wenn dadurch kein Dauerarbeitsverhältnis ersetzt wird und nur vorübergehend stattfindet. Allein in der Pflege werden im AMEOS- Klinikum an die 90 Beschäftigte über die Leiharbeitsfirma eingesetzt.
Diese Beschäftigten dürfen im Streik nicht eingesetzt werden. Das heißt nicht im Früh-, Tages- und Spätdienst, da derzeit der Nachtdienst nicht bestreikt wird.
AMEOS hat sich selber durch seine Unternehmenspolitik in diese Notlage gebracht, die die Beschäftigten jetzt ausbügeln müssen.

Anstatt jetzt hier gegenzusteuern hält AMEOS weiterhin stur an seiner Einstellungspraxis fest.
Daran wird einmal mehr deutlich, worum es AMEOS geht: Gewinnmaximierung!
Dass Unternehmen Gewinne erwirtschaften wollen und sollen ist das Grundprinzip einer Marktwirtschaft. Was AMEOS anscheinend vergessen hat oder ausblendet ist, dass wir uns in Deutschland in einem System der sozialen Marktwirtschaft bewegen. Einem System in dem jede Person ihren Wert hat.
Ein verantwortungsvoller Umgang mit den betroffenen Patientinnen und Patienten sieht anders aus. Auch der Umgang mit den Beschäftigten lässt eine Wertschätzung für deren Arbeit nicht erkennen.
„Was sind wir euch Wert?“, heißt der Slogan auf dem Banner zur Auffahrt am Klinikum – bisher nicht einmal die Aufnahme von Tarifverhandlungen.

Vielleicht ist an dieser Stelle die Nachfrage an den AMEOS Vorstand erlaubt: Wer sorgt eigentlich für eure beträchtlichen Gewinne und wo landet das Geld? Nur zur Information, im Jahr 2012 waren das 7,6 Millionen €. Eines ist gewiss, es erreicht nicht die Patientinnen und Patienten und auch nicht die Beschäftigten.
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Pressemitteilung ver.di-Bezirk Weser-Ems, Fachbereich „Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen“ vom 6.10.14