#Ameos: AMEOS lenkt ein – ver.di setzt Streiks vorläufig aus

Tarifverhandlungen für Kliniken in Osnabrück und Hildesheim

Nach sieben Wochen Streik der Beschäftigten des Klinikums in Osnabrück und drei Wochen Streik im Klinikum in Hildesheim lenkt der Schweizer AMEOS Konzern endlich ein und bietet der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Tarifverhandlungen am kommenden Dienstag, den 18. November, an.

Der viertgrößte private Anbieter auf dem deutschen Krankenhausmarkt hatte 2007 zwei der zehn ehemaligen Landeskrankenhäuser in Niedersachsen übernommen, nachdem die damalige CDU-Landesregierung acht ihrer psychiatrischen Einrichtungen privatisiert hatte. Der damals vereinbarte Tarifvertrag mit dynamischer Anbindung an das geltende Tarifrecht des Öffentlichen Dienstes ist bereits Ende September 2013 von AMEOS gekündigt worden. Seit Januar 2014 stehen Gehaltssteigerungen aus.

Zudem umgeht der AMEOS Konzern durch den Einsatz von Leiharbeitnehmerinnen im großen Stil das bestehende Tarifniveau. Inzwischen sind 20 Prozent der Mitarbeiter als Leiharbeiter beschäftigt. Sie verdienen für die gleiche Arbeit deutlich weniger.

„Wir begrüßen, dass AMEOS endlich an den Verhandlungstisch kommt und erwarten jetzt konstruktive Vorschläge zur Beilegung des Tarifkonfliktes“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Joachim Lüddecke heute in Hannover. Nach wochenlangem Arbeitskampf seien die Erwartungen der Beschäftigten sehr hoch, prognostiziert Lüddecke. „Wir werden bis zum Wochenende die Zeit nutzen, um die neue Lage in den streikenden Belegschaften zu diskutieren. Ab Montag wird der Streik vorläufig ausgesetzt, denn es besteht gewerkschaftsseitig nicht die Absicht, den Verhandlungsauftakt nächste Woche in Hildesheim dadurch zu belasten.“

Eine schnelle Einigung wird nicht erwartet. Die Streiklokale in den Großzelten vor den Kliniken bleiben stehen. „Die Kolleginnen und Kollegen halten natürlich weiter Streikwache“, so Lüddecke.
PM ver.di, Bezirk Weser-Ems vom 13.11.14