Archiv für Juni 2017

Automobilindustrie — wie weiter?

Mobilität der Zukunft
Bezahlbar, umweltfreundlich und sozial verträglich

Die DKP Bezirke Niedersachsen und Ruhr-Westfalen sowie die DKP Betriebsgruppe VW Braunschweig/Wolfsburg laden ein zur Autokonferenz.

Samstag, 24. Juni 2017, 10.30 bis 16.30 Uhr
Veranstaltungszentrum Rotation in den ver.di-Höfen
Goseriede 10, 30159 Hannover, (10 min. Fußweg vom Hbf.)

Angesichts des Umbaus der Automobilindustrie, der nicht abnehmenden Belastung der Luft in den Innenstädten, des täglichen Verkehrs-Chaos, angesichts des Flächenverbrauchs durch fließenden und ruhenden Verkehr, sowie der Entscheidung zur Subventionierung von Elektroautos ist eine Diskussion über „Mobilität der Zukunft“ überfällig.

Die Konzerne und ihre Handlanger in der Regierung arbeiten schwerpunktmäßig an alternativen Antrieben und versuchen den Individualverkehr und ihr profitables Geschäftsmodell zu retten. Aus Angst um die Arbeitsplätze und im Wissen um die Notwendigkeit schneller Lösungen, kommt auch die Diskussion in Gewerkschaften und Betrieben um eine nachhaltige Mobilität nicht in Schwung.

Wir meinen, die Forcierung alternativer Antriebe greift deutlich zu kurz. DieAuseinandersetzung um die Frage Öffentlicher Verkehr gegen Individualverkehr muss geführt werden. Wer einen effektiven, bezahlbaren und damit attraktiven (Nah)Verkehr will, wird den Individualverkehr zurückdrängen müssen. Für beides ist weder Geld noch Fläche da!

Die Frage der Sicherung von Arbeitsplätzen gehört im Kapitalismus immer auf die Tagesordnung.

Angesichts der Veränderungen am Produkt Auto, der zunehmenden Share-Konzepte, der Staus in den Metropolen, der veränderten Prioritäten bei der Jugend, der fortschreitenden Digitalisierung und der weiter notwendigen Rationalisierung sind sie schon heute bedroht! Zeit für einen Meinungsaustausch!

Konferenzablauf

10.30 — 12.30 Uhr

„Automobilindustrie — wie weiter?“
Einführung: Uwe Fritsch, BR-Vorsitzender VW Braunschweig,
Mitglied des Parteivorstandes der DKP

„Weltklima — Weltautogesellschaft — weltweite Alternativen. Unsere Verantwortung“
Einführung: Winfried Wolf, Journalist, Chefredakteur Lunapark21

13.00 — 15.00 Uhr, Arbeitsgruppen und Berichterstattung

„E-Mobilität, Ausweg aus der Umweltkrise?“
mit Dr. Alfred Hartung, Wolfsburg

„Bedingungen und Akteure für die Durchsetzung alternativer Mobilitätskonzepte!“
mit Achim Bigus, VK-Leiter VW Osnabrück

„Weltklima — Weltautogesellschaft — weltweite Alternativen. Unsere Verantwortung“
mit Winfried Wolf

15.00 — 16.30 Uhr Podiumsdiskussion

„Zukunft der Automobil-Industrie — wer nimmt Einfluss — wohin geht die Reise?“
mit: Uwe Fritsch, Anne Rieger, Winfried Wolf

Es laden ein:
DKP Bezirk Niedersachsen, DKP Bezirk Ruhr-Westfalen
DKP Betriebsgruppe VW Braunschweig/Wolfsburg

Anmeldungen an:
bv@dkp-niedersachsen.de, Unkostenbeitrag: 15 € (u.a. für Essen und Trinken)

Festival der Jugend

Feiern, Diskutieren, Schmökern.
Der kleine Kommunismus in Köln

Festval der Jugend 2017

Wo schwitzende Körper zum Sound einer Gitarre aneinander klatschen und Mittelfinger sich zum Himmel strecken, um Rassisten und Kriegstreibern „fuck you!“ zu sagen, wo auf Podien über die Gestalt des Sozialismus, politische Strategien oder moderne Kunstformen diskutiert wird, wo in Werkstätten Stühle gezimmert oder T-Shirts bedruckt werden, wo sich an Reihen von Kartons Besucher tummeln, um in abgegriffenen Büchern zu schmökern, und wo nur auf schattigen Fleckchen am Rheinufer eine kleine Abgeschiedenheit herrscht – da feiert die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ).
Seit 2008 zum fünften Mal fand zu Pfingsten das Festival der Jugend statt, diesmal im Kölner Jugendpark. Mehrere tausend Besucher tummelten sich auf dem Gelände, und der völlig überfüllte Zeltplatz zeigte: Hier wurden wohl auch die Erwartungen der Veranstalter übertroffen. Aber Kuscheln wärmt, und so taten auch Sturmwarnung und gelegentliche Regenschauer der Stimmung keinen Abbruch.
Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil hier junge Menschen organisiert und solidarisch handeln: Vom Aufbau über Putzkolonnen bis zur Sicherheit hat jede Hand ihre Aufgabe, die ohne Befehl, Zwang und Zahlung erledigt wird, um an ein Ziel zu gelangen, das nur gemeinsam erreicht werden kann. Einen kleinen Vorgeschmack auf den Kommunismus könnte man das Festival der Jugend – wie seinen Bruder, das UZ-Pressefest, auf das wir uns im nächsten Jahr wieder freuen – deshalb nennen: Meckern kann man zwar immer, aber es macht trotzdem mehr Spaß als Kapitalismus.
Und auch das bewies das Festival 2017 einmal mehr: Kommunismus ist kein Schnee von gestern, dem nur noch alte Leute nachtrauern, sondern eine lebendige politische Bewegung, die auch von der Jugend getragen wird. Kein Wunder: Denn um ihre Zukunft geht es zuerst – gegen Kriege, Umweltzerstörung und Ausbeutung, für eine Welt, auf der zu leben auch morgen noch möglich ist und sich lohnt. Und: Es ist Zeit – „Zeit für Widerstand“, wie das Motto des Festivals lautete, Zeit sich zu organisieren und zu kämpfen und Zeit, den Menschen zu zeigen, dass Kommunisten nicht nur die besseren Alternativen haben, sondern auch die schöneren Feste feiern.

aus: Unsere Zeit – Zeitung der DKP