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Roter Oktober

Konferenz in Berlin zu 100 Jahren Sozialistische Oktoberrevolution

Babylon in Berlin

Geleitet vom Anspruch, Wissen über Geschichte als Instrument zur Gestaltung der Gegenwart zu gebrauchen, veranstalteten die DKP, der Rotfuchs Förderverein und die SDAJ am 21.10. im Kino Babylon in Berlin eine Konferenz zum Thema „100 Jahre Oktoberrevolution“ unter dem Motto: „Revolution hat Zukunft“.
Und darin waren sich alle einig: Die Große Sozialistische Oktoberrevolution ist nicht nur ein Ereignis der Geschichte, sondern ein historischer Schritt in die Zukunft – vergleichbar mit der Eröffnungsszene eines Schauspiels, in dem die Masse der Ausgebeuteten die Bühne als herrschende Klasse betritt, um alle ökonomischen, sozialen und politischen Verhältnisse umzugestalten, und dessen letzter Akt noch nicht vorüber ist. „In diesem Sinne“, bewahrheitet sich das Urteil Rosa Luxemburgs, „gehört die Zukunft überall dem Bolschewismus.“
Welche tragische Rolle darin das Scheitern der deutschen Revolution spielte, hob der Historiker des Rotfuchs Fördervereins, Götz Dieckmann, hervor. Der mutige Aufbruch des russischen Proletariats gründete sich auf der Hoffnung, dass die Arbeiter Deutschlands ihm zu Hilfe kommen würden. Dass das nicht geschah, beeinflusste nicht nur die Revolution, sondern die Geschichte Europas, und Clara Zetkin bezeichnete den Faschismus später als eine Strafe für das Ausbleiben der Revolution in Deutschland. Beifall erntete Götz Dieckman für die Feststellung, dass deutsche Kommunisten dem Urteil der Geschichte nicht ehrlos ausgesetzt sind, wovon die Januarkämpfe 1919 oder der Hamburger Aufstand zeugen.
Das Mitglied des Ältestenrates der Partei „Die Linke“, Bruno Mahlow, verteidigte die Bedeutung der Oktoberrevolution vor den Angriffen des Antikommunismus. Ihre Leistungen müssen Linke würdigen und ihren Verlauf nach ihren Herausforderungen und Bedingungen beurteilen. Den Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion solle man verstehen als „Aufbruch in gesellschaftliches Neuland“, für den keine Konzepte bereit standen. Tragischer als Stalin sei der Zerfall des Sozialismus. Auf ähnliche Weise stellte der Autor Dietmar Dath die Machtfrage als Kern des Urteils über die Oktoberrevolution heraus. Denn „Sozialismus ohne Macht macht nichts“. Seine Geschichte habe bewiesen, dass sich die Herrschaft des Kapitalismus und seine Nachschubwege nicht zerbrechen lassen ohne politische Gewalt. Nicht nur als Ergebnis des Ersten Weltkrieges führe die Oktoberrevolution zu dem Grundsatz: Der Kampf für den Frieden muss in den Kampf für den Sozialismus münden. Sonst bricht der Kampf für den Frieden ab.
Patrik Köbele, der Vorsitzende der DKP, stellte die Rolle der Kommunistischen Partei für den Kampf um den Sozialismus heraus. Sie sei Trägerin einer Weltanschauung, aus der sich eine politische Strategie und Taktik ableitet, ohne die kein Bruch mit dem Kapitalismus möglich ist. Ohne es auszusprechen, machte er Bezüge zu aktuellen Debatten deutlich und legte wesentliche Gedanken der antimonopolistischen Strategie der DKP in der Gegenwart dar.
Eine Grußbotschaft sendete der Internationale Sekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas, Carolus Wimmer, und ging darin auf die Situation in seiner Heimat ein. Denn die Probleme der Strategie und Taktik, die 1917 auftauchten, stehen dort auf der Tagesordnung, und ihre Fragen nach Macht und Revolution sind noch nicht gelöst. Über den Verlauf der 19. Weltfestspiele der Jugend in Sotschi berichteten Genossen der SDAJ mit einer Bildpräsentation und sparten darin nicht an deutlichen Worten, um die widersprüchliche Rolle des russischen Staates als Veranstalter kritisch zu benennen.
Kulturell begleitet wurde die Konferenz von Ellen Schernikau mit einer Lesung aus dem Werk ihres Sohnes Ronald M. Schernikau, der Rotfuchs-Singegruppe sowie Achim Bigus und Erich Schaffner, die mit einem gemeinsamen Auftritt für eine Premiere sorgten. Nicht nur die ehemaligen Mitglieder des Berliner Ensembles „Nikolai Bersarin“ wurden im Publikum beim Singen beobachtet und sorgten für eine frohe Stimmung im Saal.

Auf einer Podiumsdiskussion debattierten Ellen Brombacher von der Kommunistischen Plattform der Partei Die Linke, Wolfgang Dockhorn vom Rotfuchs Förderverein, Florian Hainrich, Bundesgeschäftsführung der SDAJ, Torsten Schöwitz, der Vorsitzende der KPD, Patrik Köbele und Bruno Mahlow unter der Moderation von Stefan Huth, Chefredakteur der „jungen Welt“, Fragen der aktuellen Politik und Bündnisarbeit. Der Wunsch nach gemeinsamem politischen Handeln kam darin genauso zum Ausdruck wie Unterschiede in der Sicht aufeinander und der Wahrnehmung der politischen Rollen verschiedener Akteure.
Bedenkt man die schweren Bedingungen und geringen Kräfte, unter denen der Oktoberrevolution an ihrem 100. Jahrestag gedacht wurde, ist die Konferenz, der ungefähr 500 Gäste beiwohnten, als großer Erfolg zu sehen, der nur möglich war durch die aufopferungsvolle Arbeit vieler Genossen. Auch wenn sich kritisch bemerken lässt, dass noch viele Widersprüche und Probleme, die mit der Geschichte der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution verbunden sind, nicht angesprochen worden sind – in ihrer historischen Bedeutung, in der optimistischen Stimmung aller Beteiligten an der Konferenz und ihrem solidarischen Handeln bei der Bewältigung praktischer Probleme liegt das Unterpfand für die Zuversicht: „Wir sind das Bauvolk der kommenden Welt. Wir sind der Sämann, die Saat und das Feld. Wir sind die Schnitter der kommenden Mahd. Wir sind die Zukunft und wir sind die Tat.

Wählen gehen

Gegen Rassisten, Hartz- und Kriegsparteien!

Aufruf der DKP Niedersachsen zu den Landtagswahlen

Breiter, vielfältiger Widerstand gegen die politische Rechtsentwicklung ist nötig. Nach dem Einzug der AfD in den Bundestag, droht nun auch dem niedersächsischen Landtag eine Fraktion mit Rassisten und Neofaschisten.

Politische Rechtsentwicklung bedeutet mehr als erschreckende Wahlergebnisse für eine rassistische unsoziale Partei:

Es drohen eine Erhöhung des Rüstungsetats und mehr Auslandseinsätze der Bundeswehr.
Weiter werden Flüchtlinge statt Fluchtursachen bekämpft.
Öffentliches Eigentum wird verscherbelt oder über ÖPP-Projekte den Finanzkonzernen überlassen.
Demokratische Rechte werden ausgehöhlt, der Überwachungsstaat perfekter gemacht.
Geld wird weiter von unten nach oben fließen, die Reichen noch reicher und die Armen zahlreicher werden.
Von der Schuldenbremse geprägte öffentliche Haushalte werden keinen Spielraum für bessere Bildung, bessere Pflege, Sanierung der Infrastruktur lassen.

Wir brauchen einen Kurswechsel für andere Politik! Unsere Alternativen sind sozial, nicht deutsch-national:

Für eine Millionärssteuer
Für ein öffentliches Wohnungsbauprogramm
Für einen Mindestlohn von 12 Euro
Für eine ausreichende gesetzliche Rente
Für Abrüstung und sofortige Beendigung der Auslandseinsätze der Bundeswehr
Für Beseitigung der Fluchtursachen – das sind Kriege, Armut, Klimaveränderung, Unterentwicklung
Für ein Bildungssystem, in dem nicht die soziale Herkunft für den Bildungsabschluss entscheidend ist.
Für eine Verkehrspolitik, in der nicht der automobile Individualverkehr im Mittelpunkt steht.
Der Umbau der Automobilindustrie darf nicht von den Aktionären zu Lasten der Beschäftigten und der Umwelt bestimmt werden.

Eine parlamentarische Vertretung der Linken in Fraktionsstärke kann die Forderungen der Bewegungen in die Parlamente tragen, Skandale aufdecken, Versagen und Korruption anprangern und die Stimme für Alternativen und eine bessere Gesellschaft erheben. Deshalb empfehlen wir bei der Landtagswahl 2017 die Wahl der Partei DIE LINKE. Dabei weisen wir allerdings darauf hin, dass die LINKE in einer Koalition mit pro-kapitalistischen Parteien wie SPD und GRÜNE sich als Oppositionskraft selbst lahmlegen würde.

Ohne die Macht der Banken und Konzerne zurückzudrängen und in letzter Konsequenz zu brechen, wird es keine grundlegenden Verbesserungen für die Mehrheit der Menschen geben. Unter kapitalistischen Verhältnissen verdienen Wenige an Aufschwung und Krise, während der Rest der Bevölkerung die Zeche zahlt. Eine wesentliche Voraussetzung für Veränderungen besteht darin, dass sich mehr Menschen ihrer Lage bewusst werden, sich für ihre eigenen Interessen einsetzen und außerparlamentarische und systemüberwindende Bewegungen stärken.

Diesen Prozess zu befördern ist Anliegen der DKP. So kämpfen wir mit und in den Gewerkschaften für höhere Löhne und gegen Arbeitsplatzabbau, in den sozialen Bewegungen und Bürgerinitiativen z.B. für den Erhalt von Sportstätten und gegen Kürzungen im Sozialbereich. Wir mobilisieren gegen Naziaufmärsche und sind Teil des Widerstandes gegen die Kriegseinsätze der Bundeswehr.

Nicht wählen ist kein „Protest“, sondern stärkt „die anderen“.

„Links wählen – aktiv werden – sich organisieren!“

Werner Hensel, Inge Scharna, Achim Bigus
(Vorsitzender und stellv. Vorsitzende der DKP Niedersachsen)

Wahrgenommen

Ergebnis der DKP Osnabrück bei der Bundestagswahl 2017
Von Achim Bigus
Unsere Eigenkandidatur war in Osnabrück umstritten: Hat unsere DKP-Gruppe, geschwächt durch Austritte im Zuge der Parteiauseinandersetzung und Umzüge, noch die Kraft für eine Wahlkampagne? Ist angesichts der Rechtsentwicklung unsere Eigenkandidatur nicht ein falsches Signal der Zersplitterung der Linkskräfte?
Wir fragten uns aber auch: Wie können wir die Kandidatur für unsere Arbeit vor Ort nutzen? In den letzten Jahren waren wir in Osnabrück vor allem durch die Mitarbeit Einzelner in Gewerkschaften, antifaschistischer und Friedensbewegung sowie bei Volkswagen über unsere Betriebszeitung „Roter Käfer“ sichtbar. Infostände und Veranstaltungen hatten Seltenheitswert. Wir setzten uns die Ziele:
1. mit unseren Positionen für eine breitere Öffentlichkeit über die Aktiven in Gewerkschaften und Bewegungen und das VW-Werk hinaus sichtbar zu werden,
2. als Gruppe wieder stärker in Aktion zu treten (z. B. Infostände) und
3. über die Direktkandidatur eines in Osnabrück bekannten Kommunisten unserer Politik stärker ein Gesicht zu geben, weil Verankerung nicht durch Wahlkämpfe erreicht wird, sondern durch langfristige Kleinarbeit konkreter Personen vor Ort.
Ohne die aktive Unterstützung durch Genossen, Freunde und Bündnispartner vor allem aus der Antifa- und Friedensarbeit, aus anderen linken Strukturen (Marx21, KPD) und der SDAJ hätten wir paar aktive DKP-Mitglieder die Kampagne nicht stemmen können: Infostände vor allem auf Wochenmärkten, eine gemeinsame Veranstaltung mit der „Linken“ (zu VW), ein Liederabend von Solid und SDAJ sowie drei eigene Veranstaltungen, ca. 120 Plakate und die Verteilung von über 2 000 Flyern in einem Wohngebiet und einem „Roten Käfer“.
Zu unserem Ergebnis fand die Neue Osnabrücker Zeitung „bemerkenswert: Die kommunistische DKP hat in der Stadt mit 0,06 Prozent (56 Stimmen) ein kaum wahrnehmbares Ergebnis erzielt, aber der DKP-Direktkandidat holte persönlich 0,7 Prozent (677 Stimmen). Bigus ist in der Stadt als kämpferischer Betriebsrat bekannt.“ Im gesamten Wahlkreis 39 hatten wir nur 77 Zweitstimmen, aber 958 Menschen (0,6 Prozent) nutzten ihre Erststimme für ein „Statement“, wie mir eine Wählerin treffend sagte.

Neue Betriebszeitung „Roter Käfer“

Die neue DKP-Betriebszeitung für Osnabrück, „Roter Käfer“ ist erschienen: Roter Kaefer 1709

Die Themen:
# Konzern betrügt – Leiharbeiter zahlen
# Wem gehört VW
# Während der Arbeitszeit für höhere Renten
# Achim Bigus im Kandidatencheck
# Armut: Regierung entlarvt sich selbst

Achim Bigus bei Radio ver.di-Welle

Die Kolleginnen und Kollegen der „Radio Verdi Welle“ (osradio 104,8) hatten die Direktkandidatin der Linkspartei und den Direktkandidaten der DKP, Achim Bigus, zu Gast. Die Sendung könnt ihr hier hören:
Radio verdiWelle